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Tag 6 bis 8 - Huntsville / Algonquinpark

Tag 6 bis 8 - Huntsville / Algonquinpark

Wir verlassen Niagara Falls und machen uns auf den Weg Richtung Norden. Wir kommen wieder an Toronto vorbei. Der Highway wird uns schnell zünde und wir biegen lieber auf kleinere Straßen ab. Entsprechend lange brauchen wir für die Strecke, sehen aber dafür tatsächlich nur Natur, leere Straßen, Kanada wie wir es uns vorstellen.

Wir landen in Huntsville, einem kleinen Ort direkt an einem See. Abends geht es in ein Restaurant mit Livemusik am Wasser.

Den nächsten Tag fahren wir in den Arrowheadpark.
Der ist verhältnismässig klein und wir haben einige der vorgeschlagenen Wanderrouten zusammengelegt, damit sich das losgehen überhaupt lohnt.
Wir kommen also im Park an und das Erste was wir sehen ist ein Schild "Bear Alert". Uns war ja durchaus klar, dass es hier Bären gibt, aber uns noch extra ein Schild vor die Augen halten, das hätte jetzt nicht sein müssen. Wir marschieren also los, ich stehe dazu ein Bär-schissen zu sein, mit einem 500erter Puls und extrem angespannten Ohren. Martin ist angeblich entspannt wie immer, aber auch sein Kopf dreht andauernd von rechts nach Links und so richtig ruhig wirkt er auch nicht. Wir "wandern" also mehr oder weniger gemütlich vor uns hin, als Martin auf einmal abrupt abbremst und mich an der Schulter packt. "Da" sagt er, ich bin inzwischen klinisch tot vor Schreck und schaffe es nur noch schwerlich in die gezeigte Richtung zu schauen. Und ich sehe ... Ein Eichhörnchen!

Die nächsten 5 Minuten verbringe ich damit, Martin einen meiner bekannten Vorträge zu halten, wie doof die Aktion gerade war und so weiter.
Dann kommt eine Familie an uns vorbei und wir beide sprechen ziemlich zeitgleich aus, dass die eindeutig gefährdeter sind als wir, schließlich kann ein Kind nicht so schnell laufen.... Wir atmen also auf und versuchen die Natur zu genießen. Wir haben einen Fluss und einen Wasserfall, schöne Felsen zum Rüberklettern und natürlich jede Menge Bäume.

Nach dem wandern gehen wir an den Strand und ab ins Wasser. Eiskalt, klar.

Am nächsten Tag dann erstmal Autohaus. Unser Mietwagen, 2400 km aufm Buckel nervt mit einer dauerleuchtenden Motorkontrollanzeige. Nicht so prickelnd bei den Entfernungen hier. Wir überlegen, welches der Autos wir als Souvenir mit nach Hause nehmen während die Werkstatt unseren Wagen durchcheckt. Die Lamdasonde ist futsch, grandios.
Wir können aber trotzdem erstmal weiterfahren sagen sie, also ab in den Algonquinpark. Der ist Viiiiiiel größer. An der schmalsten Ecke führt ein Highway durch, das sind schon alleine 55 km. Und im Norden sind viele Teile komplett unerreichbar außer zu Fuß. Wir leihen und ein Kajak aus und paddeln los. Auch hier sieht vieles so aus wie in Mecklenburg, nur eben viel größer. Die Bäume sind doppelt so hoch und es gibt Felsen am Ufer. Wir suchen nach Elchen und anderen Tieren, aber außer einem schwimmenden Streifenhörnchen und einem undefinierten Vogel sieht es mau aus. Es ist aber auch kein Wunder, selbst hier auf dem Wasser sind noch 28 Grad und die Sonne knallt. Wir kämpfen uns von Schattenplatz zu Schattenplatz, was gar nicht so einfach ist, weil ein großer Teil des Sees und auch der Inseln bewohnt ist. In einem Naturschutzgebiet stehen wahre Paläste. Einem neben dem anderen. Finden wir unlogisch, ist aber so. Und mittendrin immer wieder Camps, Girls Campus zum Beispiel, wo in vielen kleinen Hütten Mädels Ferienlager spielen. Und in jedem Camp wird gesungen. Nach 5 Stunden Dauersonne geben wir auf und das Boot wieder ab. Wir verziehen uns in unser Auto und fahren den Highway einmal hoch und wieder runter in der Hoffnung, doch noch ein paar Tiere zu Gesicht zu bekommen. Aber sie sind stur.

Also versuchen wir am nächsten Morgen noch einmal unser Glück, zu Fuß. Der Trail ist laut Karte 11 km lang und wird mit 6 Stunden veranschlagt. Wir können uns das einfach nicht vorstellen, 6 Stunden? Das sind ja nicht mal 2 km pro Stunde. Innerlich Schmunzeln wir beide und lassen auch durchaus ein bisschen den Großkotz raushängen.

Mit Insektenspray eingedieselt und mit 4 Litern Wasser geht es also los. Über Stock und über Stein, oft nur mit der vagen Vermutung wo der Trail langgeht, klettern wir uns vorwärts. Wir befinden uns mittendrin im Waldchaos, können kaum mehr als 10 Meter weit schauen. Selbst hier im tiefsten Urwald ist es so heiß, dass wir es kaum aushalten können. Zwischendurch kommen wir immer wieder an Teichen und kleinen Seen vorbei. Teilweise von "Biberhand" geschaffen. Es ist einfach nur traumhaft schön, aber eben oft auch Sonnengebiet und schon nach einer Minute haben wir das Gefühl zu verbrennen. Also schnell zurück in den Wald und weiter.

So geht es 8 km lustig weiter, kletternd, hüpfend, staunend. Dann irgendwann sind wir beide an dem Punkt, dass wir nicht mehr können. Unser Wasser ist fast komplett aufgebraucht und unsere Snacks geben auch nicht mehr so wirklich Energie. Wir stolpern uns weiter. Die meisten Wurzeln nehme ich inzwischen mit der Fußspitze statt mit den Augen wahr. Über die Lichtungen und Sonnenflächen legen wir schon wahre Sprints ein, nur um wieder in den Schatten zu kommen. Stünde jetzt ein Elch da, keine Ahnung, ob wir ihn überhaupt bemerken würden. Wir kämpfen uns vorwärts, halten uns an dem Gedanken fest, dass es nur noch 2 km sind. Als wir laut unserer Tracking-App bei Kilometer 11 ankommen, stehen wir allerdings immernoch im tiefsten Wald. Die Trailzeichen sagen aber, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Also weiterstolpern. Einmal biege ich falsch ab, Martin siehts zum Glück, keine Ahnung, wo wir sonst gelandet wären. Wir kommen nochmal an Seen vorbei und müssen nochmal hoch und wieder runter, ohne dass ein Ende in Sicht ist. Irgendwann nach 4 Stunden und 50 Minuten dann endlich der Parkplatz. Ich verkriech mich ins Auto, will nur noch nen Steak. Also geht es zurück nach Huntsville in ein Steakhaus mit dem Namen "3 Guys and a stove" = 3 Männer und ein Herd. Das Essen ist teuer, aber fantastisch und wir rechtfertigen uns mit den 1600 Kalorien, die wir gerade verbraucht haben. Um 7 sind wir zurück auf unserem Zimmer, um 9 schläft der eine, kurz danach der andere.
11.8.14 02:58
 
Letzte Einträge: Tag 9 - Sudbury, Tag 10 - Sudbury Umland -, Tag 11 - Killarney Park -, Tag 12 - Mit der Fähre Richtung Bruce Peninsula -, Tag 13 bis 17 - Owen Sound und Umgebung -


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