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Tag 4 und 5 - Niagarafälle, der Ort mit den zwei Gesichtern -

Tag 4 und 5 - Niagarafälle, der Ort mit den zwei Gesichtern -

Morgens um 8 stehen wir vor unserem Torontoer Hotel und warten auf unser Auto.

Spätestens jetzt merkt man, dass wir mitten in Downtown stehen, Schlipsträger überall. Berlin ist ja schon ziemlich wuselig morgens, aber hier ist doch noch etwas mehr Trubel.

Wir fahren über Nebenstraßen Richtung Niagarafälle, vorbei an Weinreben und Farmland. Viele Kilometer sehen aus, als würden wir durch Mecklenburg fahren.

In Niagara Falls checken wir in ein Motel ein und machen uns auf den Weg Richtung Wasser. Vorbei an jeder Menge anderen Motels und Hotels landen wir auf einer Partymeile. Geisterbahn neben Frankenstein und Irgendwas mit Piraten. Daneben riesige Spielhallen und jede Menge Fressbuden. Es ist so laut, dass wir uns nur anschreien können. Frankenstein und nen Pharao schreien uns um die Wette an.
Die meiste Zeit halte ich mir die Ohren zu, weil mir alles zu schrill ist. Wir kämpfen uns durch die Menschen und stehen urplötzlich nach 300 Metern am Wasser mit dem direkten Blick auf die Wasserfälle. Auch hier sind noch viele Menschen, aber es ist ruhiger. Eindeutig angenehmer. Die Niagarafälle sind beeindruckend. Auf der einen Seite die Felsenwand der USA. Auf der anderen Felsenseite stehen wir in Canada. Mittendurch das Wasser in Tropengrün.

Am nächsten Morgen stehen wir um 9 an der Kasse und kaufen unseren Adventurepass, 4 Stationen rund um den Wasserfall.

Station 1: mit dem Boot mitten rein in die Fälle. Über Serpentinenwege geht es runter zum Wasser. Und wir dürfen uns in der Schlange anstellen.
Es geht vorwärts, bis genau vor uns zugemacht wird. Wir müssen auf das nächste Boot warten. Boot kommt an, 150 Menschen steigen aus, mehr oder weniger zügig. Mit einer Engelsgeduld warten die Angestellten, bis auch der letzte Passagier sich vorwärts bewegt. Nervig. Dann geht es für uns endlich aufs Boot. Mit rosa Ponchos bekleidet stellen wir uns direkt nach vorne, wollen ja schließlich was sehen. Das Boot macht sich auf den Weg, mitten rein in die Fälle. Wir bekommen den ersten Schwall Wasser ab, was wollten wir auch unbedingt vorne stehen. Die nächsten Minuten sind wir quasi in einer Riesen Dusche. Das Wasser kommt von allen Seiten und wir können kaum die Augen offen halten. Wir wurden also patschnass und konnten vor lauter Wasser keine Wasserfälle sehen. Als das Boot wieder beidrehte, war ich schon ein bisschen erleichtert, wieder Luft statt Wasser zu atmen. Wir können einen fantastischen Blick auf die Landschaft genießen. Es geht zurück zur Anlegestelle und dann ist der Spuk vorbei. Am liebsten würde ich mich direkt noch einmal anstellen. Aber wir haben ja noch mehr vor.

Station 2: Niagara Fury.

Wir laufen an den Fällen entlang, sehr froh, dass wir Sommer und Sonne haben und relativ schnell wieder trocknen. Wir stehen neben den Fällen, genießen den Ausblick und bekommen die nächste Portion Wasser ab. Es steigt so viel Wasser von den Fällen auf, dass es als Regen wieder herunter kommt, direkt auf uns. Wir gehen zur Station 2 und stellen uns mal wieder an.
Nach einer Weile geht es in einen Raum, und wir warten wieder. Einige Minuten später der nächste Raum uuuund, oh, warten. Ein Monitor geht an, wir sehen einen Trickfilm über die Entstehung der Niagarafälle. Danach geht es weiter in den nächsten Raum, wir stellen uns an den Rand, wieder mit einem Poncho bewaffnet, diesmal blau. Über eine Rundumleinwand "fahren wir mit einem Boot" Richtung Fälle, es wird windig, und zwar tatsächlich, es fängt an zu schneien, direkt auf uns. Wir "fahren" weiter, kommen mitten in einen Sturm und werden nass, mal wieder. So geht es noch eine Weile weiter, Martins Hose und Schuhe sind am Ende komplett durch.
Dann ist auch diese Runde vorbei.

Wir machen uns auf den Weg zu Station Nummer 3, ist im gleichen Haus, steht grad fast keiner an. Wir stellen uns zu den anderen in die Schlange um dann zu erfahren, dass wir noch nicht mit dürfen. Beim Kauf des Passes wurden wir direkt auf Zeiten festgelegt und wir waren zu schnell. Also wieder raus aus der Schlange und Zeit vertreiben. 20 Minuten später dürfen wir uns ganz offiziell anstellen. Vorne angekommen weißt man uns darauf hin, dass unsere Schlange die nächste nebenan ist. Also wieder anstellen. 10 Minuten später geht es vorwärts, 20 Meter, und dann stehen wir wieder. Es geht noch einmal weiter bis zum Aufzug. Genau bei uns wird die Strippe zugezogen, wir warten. Mit dem überüberübernächsten Aufzug geht es nach unten, in den Felsen hinein. Platzangst sollte man in den dunklen Tunneln nicht haben. Im ersten Gang stehen wir direkt hinter dem Wasserfall. Man sieht nichts, gar nichts. Nur weiß, das Wasser kommt mit so einer Geschwindigkeit runter, dass man erstens nur eine weiße Wand sieht und zweitens sein eigenes Wort nicht versteht. Ab und zu kommt ein heftiger Schwall Wasser in unsere Richtung. Aber tatsächlich werden wir mal nicht nass. Weiter zum nächsten Tunnel, eine lange Schlange. Wir arbeiten uns Stück für Stück vorwärts. Um die Ecke herum sehen wir das gleiche Bild wie im Tunnel davor, weiße Wand, jede Menge Wasser. Und dafür haben wir angestanden? Verrückt. In Deutschland wäre ich ja erst einmal an der ganzen Schlange vorbeigeflitzt, um zu schauen, wofür ich eigentlich anstehe, aber hier kommt das einer Revolte gleich. Keiner außer uns stellt den Sinn in Frage.
Aus einem anderen Tunnel heraus kommen wir auf eine Plattform, ohne Anstehen! Neben uns ist direkt der Rand vom Wasserfall, hinter dem wir eben noch standen. Der Ausblick ist der Hammer, einfach nur grandios. Wir werden diesmal auch nur ein bisschen nass, aber unsere Ponchos, diesmal grün, helfen.
Wir machen uns auf den Weg zurück und stellen uns mal wieder an, für den Aufzug, der uns nach oben bringt.

Station 3 ist erledigt um kurz nach 1 und wir können erst um 3 bei der nächsten Station aufschlagen. Wir nutzen die Zeit und wandern weiter an den Fällen entlang. Bevor sich das Wasser in die Tiefe stürzt, rast es an kleinen Inseln und jeder Menge Felsen vorbei. Superschön und vorallem superstill. Hierhin haben sich nicht wirklich viele Touristen verirrt.

Mit dem Bus machen wir uns auf den Weg zu Station 4: Wild Water Walk.
Wir sind schon wieder zu früh, dürfen uns noch nich anstellen.

Schauen wir uns statt dessen eben einen buddhistischen Tempel nebenan an.
Und stellen uns 20 Minuten später wieder an. Mir brennen von dem ewigen auf-beton-schlangestehen die Füße und ich setz mich auf den Fußboden, als einziger bei ungefähr 50 Menschen die da stehen. Wahrscheinlich breche ich damit wieder 50 Regeln, aber das ist mir egal.
Wir arbeiten uns nach vorne und stehen wieder vor einem Aufzug. Und WIEDER wird genau vor uns der Aufzug zugemacht und wir dürfen erst den nächsten nehmen. Ich schieb es auf Martins schlechtes Karma. Wieder geht es nach unten, diesmal ohne Ponchos. Auf Holzwegen geht es direkt am Wasser entlang, tolle Kulisse und mal kein Beton. Wir genießen die Natur um uns und machen uns dann auf den Weg zurück nach oben, inklusive Schlange am Lift und später noch einmal Schlange am Bus.

Wir sind breit, durch, unzurechnungsfähig. So schön dieses Naturschauspiel auch ist, die Durchtaktung unseres Tages, das artig in der Reihe stehen, die klaren, fast Befehlstonartigen Ansagen des Personals passen einfach nicht zu unserer Vorstellung von Urlaub und Freizeit.

Wir bedauern den bitteren Menschenmassen-abfertigungs-Beigeschmack und versuchen noch ein bisschen die Kulisse zu geniessen bevor wir abends um 8 tot umfallen.
9.8.14 02:53
 
Letzte Einträge: Tag 9 - Sudbury, Tag 10 - Sudbury Umland -, Tag 11 - Killarney Park -, Tag 12 - Mit der Fähre Richtung Bruce Peninsula -, Tag 13 bis 17 - Owen Sound und Umgebung -


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